verkehrszeichen usa

Verkehrsregeln in den USA

Zuletzt aktualisiert am 06/08/2015

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Die Verkehrsregeln unterscheiden sich von Bundestaat zu Bundestaat. Je nach Region gibt es unterschiedliche Regeln zum Rechtsabbiegen, zur Gurtpflicht und sogar für deutsche Verhältnisse unvorstellbar – der Benutzung des Mobiltelefons am Steuer. Größtenteils kommt man jedoch bei rücksichtsvoller Fahrweise sehr schnell klar mit den Verkehrsregeln in den USA. Hier habe ich euch die wichtigsten Verkehrsregeln zusammengefasst.

Orientierung

Zur Orientierung dienen die Nummerierungen der Straßen mit der dazugehörigen Himmelsrichtung. Somit fällt einem die Orientierung auch ohne Navigationsgerät bei Benutzung von Interstates (Highways) leicht.

Anschnallpflicht

Eine Anschnallpflicht gilt in allen Bundestaaten der USA mit Ausnahme von New Hampshire. Dennoch ist es natürlich sinnvoll sich zur eigenen Sicherheit immer anzuschnallen. Daher: „Buckle up it’s the law“

Geschwindigkeitsbegrenzungen

Geschwindigkeitsbegrenzungen variieren ebenfalls von Staat zu Staat und somit gibt es weder außerorts noch innerorts einheitliche Höchstgeschwindigkeiten. Bei Geschwindigkeiten muss man sich eigentlich nur nach den Schildern richten. Rasen („Speeding“) wird in den USA streng geahndet und oftmals gibt es keinen Touristenbonus.

Auch zu langsam fahren ist verboten und wird ebenfalls bestraft, selbst wenn man nicht schneller fahren kann. Sobald man den Verkehr aufhält und sich eine Schlange hinter einem bildet muss man rechts ranfahren um den Verkehr passieren zu lassen. Für diese Fahrmanöver gibt es oft an Steigungen speziell ausgewiesene Haltebuchten („Turnout“).

Schulbusse

Schulbusse erkennt man in den USA relativ einfach an der auffallenden gelben Lackierung, sie gelten als besondere Verkehrsteilnehmer. Wenn ein Bus hält, darf dieser nicht überholt werden – auch nicht wenn man in die entgegengesetzte Richtung fährt. Wer dennoch einen haltenden Bus mit Warnblicken passiert riskiert empfindlich hohe Geldstrafen.

Stoppschilder an Kreuzungen

stop 4-wayEine Besonderheit in den USA sind die Stoppschilder mit dem Vermerk „4 Way“ oder „All Way“, diese findet man häufig in Wohnsiedlungen. Hier müssen alle Fahrzeuge aus allen Richtungen kommend vollständig zum Stehen kommen. Danach fährt derjenige, der zuerst die Kreuzung erreicht hat los. Sollte dies nicht eindeutig sein, verständigt man sich eben.

Rechtsabbiegen bei Rot

In den meisten Bundestaaten ist das Rechtsabbiegen bei Rot („Turn on Red“) erlaubt, allerdings muss auch hier das Fahrzeug vollständig zum Stehen kommen. Nach dem man sich versichert hat, dass das Abbiegen gefahrlos möglich ist kann man fahren. Wenn eine Ampel ein Hinweisschild mit „No Turn on Red“ hat, ist das Rechtsabbiegen bei Rot untersagt.

Straßenmarkierungen

In den USA sind die Straßenmarkierungen einheitlich. Die Farbe Gelb trennt den Gegenverkehr und weiße Straßenmarkierungen trennen einzelne Farbahnen in gleicher Richtung und werden zur Markierung des Straßenrands verwendet. Baustellen werden meist in orange markiert und immer mit Warnschildern angekündigt.

Bei einem gelben Doppelstrich ist Vorsicht geboten, denn hier gilt ein absolutes Überholverbot. Überqueren der gelben Doppellinie sollte man vermeiden.

Abbiegestreifen

usa abbiegespurAbbiegestreifen oder sogenannte „Left Turn Center Lanes“ vereinfachen das Linksabbiegen in Ortschaften erheblich und behindert nicht den fließenden Verkehr. Man findet solche Abbiegestreifen in vielen Bundestaaten und meist auf breiten, stark befahrenen Straßen.

Wer links abbiegt und einen solchen Abbiegestreifen nutzt, darf diesen nur maximal 80 Meter lang befahren. Hier ist absolute Vorsicht geboten, da diese Spur von beiden Richtungen benutzt wird und man bei Unachtsamkeit frontal mit einem Verkehrsteilnehmer zusammenstoßen kann.

Parken

Die USA sind ein Land der Parkplätze und strotzen nur vor asphaltierten Parkmöglichkeiten. Die Parklücken sind in der Regel sehr großzügig dimensioniert. Hierbei sollte man lediglich beachten, dass ausgewiesene Parkplätze benutzt werden und auf keinem Fall Behindertenparkplätze unerlaubterweise genutzt werden. Vor Hydranten bzw. 3 Meter links und rechts davon gilt ein absolutes Halteverbot, wer dieses missachtet hat sein Auto schneller am Haken als er Feuer sagen kann. Außerhalb von Ortschaften muss das Fahrzeug beim Anhalten komplett von der Straße runter.

Parken in Ortschaften ist überall dort erlaubt, wo es nicht ausdrücklich durch Verkehrsschilder untersagt ist. Die Bordsteinfarben sind wie folgt zu verstehen:

  • Rot: Absolutes Halteverbot
  • Gelb/Schwarz: Ladezone
  • Weiß: Maximal 5 Minuten während der Geschäftszeiten
  • Grün: Maximal 10 Minuten während der Geschäftszeiten
  • Blau: Nur für Behinderte

Fahrgemeinschaftsspuren (HOV)

In vielen Staaten gibt es extra ausgewiesene Fahrspuren für Fahrgemeinschaften (meist ab 2 Insassen), die durch Schilder wie „Car Pool Lane“ oder „HOV – high-occupancy vehicle lane“ ausgewiesen werden. Wer dagegen verstößt muss mit hohen Bußgeldern rechnen.

Alkohol am Steuer „Driving Under Influence“

Generell gilt für die meisten Staaten ein sehr strenges Alkoholverbot, welches auch offene Alkoholika im Fahrzeug („Open Container“) verbietet. Hierbei ist es unerheblich ob das Getränk nur auf der Rücksitzbank ist oder nicht. Wer keine Schwierigkeiten mit dem Gesetz bekommen möchte, sollte auf alkoholische Getränke im Fahrzeuginneren ganz verzichten und diese nur im Kofferraum transportieren.

In den meisten Staaten gilt eine 0,8-Promille-Grenze, jedoch ist man gut beraten auf Alkohol komplett zu verzichten, denn Amerikaner verstehen bei Trunkenheit am Steuer („Driving Under Influence“) absolut keinen Spaß.

Entfernungen

Entfernungen auf Verkehrsschildern sind in Meilen angegeben, wobei eine Meile etwa 1,6 Kilometer entspricht. Das durchschnittliche Tempolimit auf Interstate-Highways beträgt meist 70 mph („miles per hour“, also Meilen pro Stunde) was knapp 113 km/h entspricht. Viele Mietwagen zeigen im Tacho km/h und mph an. Wer einheitlich in Meilen kalkuliert tut sich bei der Reise auf Dauer leichter.

Überholen

In den USA darf generell auf Highways links und rechts überholt werden, außer es gilt ein Überholverbot, welches mit Schildern wie „Do not pass“ angekündigt wird. Es gibt kein Rechtsfahrgebot, doch häufig weisen Schilder wie „Keep right, except to pass“ (Rechts bleiben, außer beim Überholen) darauf hin.

Ampeln

Signalleuchten und Ampeln befinden sich nicht wie bei uns vor der Kreuzung, sondern gegenüber der Straße. Somit muss man sich nicht den Hals verrenken um einen guten Blick auf die Ampel zu haben.

Kinder im Auto

Kinder unter 12 Jahren dürfen unter keinen Umständen alleine im Auto gelassen werden, auch wenn man nur kurz das Auto verlässt.

Wichtige Verkehrsschilder

„Yield“ – Vorfahrt gewähren!
„Xing“ oder „Crossing“ – Straßenkreuzung
„Tow away“ – Abschleppzone

Verhalten bei Unfällen

Bei Unfällen sollte man gerade auch wegen dem Mietwagen die Polizei unter der Rufnummer 911 und den Autovermieter verständigen. Auf jeden Fall sollte man sofort stoppen, da es sonst als Fahrerflucht („Hit and Run“) ausgelegt werden kann. Bei Unfällen ohne Verletzte sollte man nachdem man Fotos gemacht hat, die Fahrbahn frei machen.

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Ein Kommentar

  1. Ich danke Ihnen für den informativen Beitrag. Besonders bei Alkohol im Straßenverkehr ist man in den USA sehr streng. Da sollte man immer auf Nummer sicher gehen und am besten komplett auf Alkohol am Steuer verzichten.

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