route 66 rundreise

Route 66 – der ultimative Roadtrip entlang der Mother Road

Die Route 66 führt durch insgesamt 8 Bundesstaaten von Chicago bis nach Santa Monica, an die Westküste. Kein Wunder, dass John Steinbeck in seinem Buch "Früchte des Zorns" für den knapp 2500 Meilen langen Highway den Namen "The Mother Road" prägte. Denn sie war eine der ersten durchgehenden Straßen an die Westküste der USA.

Die Route 66 wurde zwar offiziell 1985 vom US Highway System entfernt, doch der Mythos der legendären "Main Street of America" lebt weiter.

Heute zieht die damalige Hauptstraße Amerikas viele Nostalgiker an, denn man sagt, dass man auf der Reise entlang der kultigen Route 66 das Amerika aus längst vergangener Zeit erleben kann. In diesem Artikel möchte ich dir zeigen, was es entlang dieser legendären Straße zu sehen gibt und wo es sich lohnt einen Stopp einzulegen.

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Für den Roadtrip entlang der Route 66 solltest du mindestens zwei Wochen einplanen, denn die reine Fahrzeit beträgt ungefähr 50 Stunden. Du willst ja schließlich ein Freiheitsgefühl wie Wyatt und Billy im Film Easy Rider erleben. Das geht mit Zeitdruck einfach nicht.

Im Folgenden habe ich die Stopps entlang der Route 66 nach den Bundesstaaten sortiert.

Illinois, der Startpunkt der Route 66

chicago route 66

Blick auf  den Chicago Navy Pier

In der drittgrößten Metrople der USA, Chicago, beginnt die Route 66. Hier gibt es einiges zu entdecken, bevor man das Land auf der Mother Road durchquert. 

Einige Sehenswürdigkeiten in Chicago sind z.B.

  • Willis Tower​ & Skydeck - Hier kann man einen super Ausblick über Chicago genießen und evtl. seine Höhenangst überwinden, wenn man in den überstehenden Glaskästen steht und 412 Meter in die Tiefe blickt
  • Art Institute of Chicago - Ein wirklich imposantes Kunstmuseum, welches sich nicht nur bei regnerischen Tagen zu besuchen lohnt
  • Cloud Gate - Dieses Kunstwerk in unmittelbarere Nähe des Art Institute im Millennium Park ist ein Must-See. Die Skulptur aus hochglanzpoliertem Edelstahl wird auch The Big Bean genannt, was irgendwie auch naheliegend ist
  • Navy Pier - Eine beliebte Touristenattraktion in Chicago am Michigansee mit verschiedenen Freizeitangeboten. Eigentlich das Gegenstück zum Santa Monica Pier am anderen Ende der Route 66

Essen in Chicago

Wer in Chicago unterwegs ist, sollte unbedingt eine Chicago-style Pizza z.B. bei Giordano's probieren und wer Fried Chicken liebt, sollte bei Dell Rhea's Chicken Basket halten.

gemini giant illinois route 66

Gemini Giant

Weiter Richtung Westen kommt man durch das Städtchen Wilmington, wo auch der Gemini Giant steht. Dies ist eine von vielen obligatorischen Foto-Attraktion entlang der Strecke.

Nach einer zweistündigen Autofahrt erreicht man Springfield, die Hauptstadt von Illinois und ehemalige Wirkungsstätte von Abraham Lincoln. Daher ist es kaum verwunderlich, dass es dort vor allem viele Sehenswürdigkeiten zu sehen gibt, die in Zusammenhang mit dem 16. Präsidenten stehen.

Achja, in Springfield solltest du auf jeden Fall die Corndogs (cozy dogs) im Cozy Dog Drive-In probieren.​ Mit Sicherheit nicht das gesündeste Essen, aber verdammt lecker.

Missouri​

Schon aus der Ferne, bevor man den Mighty Mississippi überquert hat, erblickt man den Gateway Arch, ein 192 Meter hoher, begehbarer Torbogen. Dieser Torbogen ist nicht nur der Ausgangspunkt der berühmten Lewis und Clark Expedition, sonder auch ein Denkmal an die Westerweiterungen im Zuge des Louisiana Purchase.

st. louis route 66

St. Louis Gateway Arch hinter dem alten Gerichtsgebäude

Essen in St. Louis

Unterwegs solltest du entlang der Route 66 dir bei Ted Drewes Frozen Custard ein leckeres Cremeeis gönnen.

Nach der Kalorienbombe, kann die einstündige Fahrt nach Cuba zur Verdauung genutzt werden. In diesem kleinen und unscheinbaren Städtchen befinden sich einige beeindruckende Wandmalereien, die Murals of Cuba.​

Kansas

Die Route 66 führt nur 13 Meilen durch Kansas, daher gibt es hier außer endlosen Weiden und unzähligen Rindern nicht allzu viel zu sehen.

Jedoch ist die schier unendliche Prärie in den Great Plains keineswegs uninteressant.​ Die endlosen Weiten lassen heute, wie damals zu Zeiten der Besiedlung des Westens, die Menschen erstaunen.

Oklahoma

​Auch in Oklahoma wird man links und rechts endlose Weiden sehen. Vor allem die Rinderzucht hat in dem Bundesstaat einen hohen Stellenwert, wie man unschwer an den Rinderherden erkennen kann.

Wer jetzt Hunger auf Steaks bekommt, sollte dies im Cattlemen's Steakhouse, im historischen​ Viehmarkt-Viertel, zu sich nehmen.

Texas

Die Route 66 führt nur durch einen ganz kleinen Teil von Texas, nämlich dem Panhandle. Kurz nach der Grenzüberquerung lohnt sich ein Stopp in dem Städtchen Shamrock beim U-Drop Inn Café, einem kultigen Art-Deco-Gebäude. Dieses alte Café mit einer Tankstelle bietet eine super Fotogelegenheit, besonders nachts, wenn die Neon-Lichter leuchten.

Einen längeren Stopp solltest du unbedingt in Amarillo einplanen, denn unweit der Stadt befindet sich der Palo Duro Canyon State Park. Der Canyon ist nach dem Grand Canyon der zweitgrößte in den USA. Hier kannst du dir auf einigen Wanderwegen nach einer langen Autofahrt die Füße vertreten.

Wandern macht ja hungrig und sorgt für den nötigen Appetit um später in Amarillo in der Big Texan Steak Ranch ein leckeres Steak zu essen. Für den großen Hunger gibt es hier die berühmte 72 oz Steak challenge. Wer es schafft das ca. 2 kg schwere Steak mit Beilagen innerhalb einer Stunde zu verputzen, der erhält die Mahlzeit umsonst. Guten Appetit!

cadillac ranch route 66

Cadillac Ranch nahe Amarillo

Westlich von Amarillo solltest du einen weiteren Halt bei der Cadillac Ranch einplanen. Hier stecken einige Cadillacs kopfüber begraben in einem Feld. Das Kunstprojekt eignet sich ebenfalls sehr gut für Fotos.

New Mexico

Westlich von Albuquerque befindet sich die Himmelsstadt Acoma Pueblo, die auf einem Tafelberg liegt. Sie ist eine der ältesten Siedlungen Amerikas und ist laut Schätzungen schon seit über zweitausend Jahren besiedelt.

Eine tolle Übernachtungsmöglichkeit bietet das ​kultige Blue Swallow Motel seit 1939. In diesem Hotel fühlt man sich wie ein Zeitreisender. Das mag teils an dem Mobiliar aus den 1950er Jahren liegen. Das Neon-Schild gehört zu den bekanntesten entlang der ganzen Route 66. 

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Das kultige Blue Swallow Motel in Tucumcari

Wer sich mal nach der langen Fahrerei eine Abkühlung gönnen möchte, kann dies im ​kristallklaren Blue Hole of Santa Rosa tun, denn die Wassertemperatur liegt konstant bei ca. 18° Celsius. Also pack die Badehose ein....

Abstecher nach Santa Fe

Santa Fe ist die älteste Haupstadt der USA, denn sie war bereits im 16. Jahrhundert der Gouverneurssitz von Neuspanien. Die Stadt hat einige historische Gebäude unter anderem die San Miguel Kapelle, welche die älteste Kirche der Vereinigten Staaten ist.

Santa Fe ist eine sehr atypische Stadt, die in dieser Form und Größe kein zweites Mal in den Vereinigten Staaten existiert. Auffallend sind dabei vor allem die Gebäude, welche im Pueblo-Baustil errichtet wurden.

Die wunderschöne Stadt zieht neben einer Vielzahl an Touristen auch sehr viele Künstler an. So ist es wenig verwunderlich, dass Santa Fe mit über 200 Kunstgalerien ein Hotspot der amerikanischen Kunstszene ist. Auf der Suche nach einem Souvenir wirst du dort bestimmt fündig.

Arizona

Der Petrified Forest Nationalpark ist definitiv ein Stopp wert. Denn hier gibt es versteinerte Bäume und ein eindrucksvolles Farbenspiel in der Painted Desert.

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Painted Desert im Petrified Forest National Park

Abstecher zum Grand Canyon und nach Las Vegas

Wenn du die Route 66 bereist, solltest du bei der Durchfahrt in Arizona überlegen, ob du nicht von Flagstaff aus einen kleinen Abstecher zum Grand Canyon einplanst. Bei der Gelegenheit bieten die wunderschönen Havasu Falls, welche in der Nähe des Grand Canyon liegen, eine wunderbare Abwechslung zur sonst sehr trockenen und staubigen Landschaft.

Auch sehenswert sind die kleinen Orte Seligman, Kingman und Oatman mit ihren kleinen Cafés und Bars. Empfehlenswert ist auch die historische Honky-Tonk-Bar The Museum Club in Flaggstaff. Hier standen schon Country-Legenden wie Willie Nelson oder Waylon Jennings auf der Bühne. Aber auch die Dollar Bill Bar in Oatman ist ein Besuch wert. Der Name rührt übrigens von der Tatsache her, dass früher die Bergarbeiter eine Dollarnote mit ihrem Namen als Rechnung an die Wand klebten.

Ein weiterer Abstecher bietet sich erneut in Kingman in Richtung Las Vegas. Dieses künstliche Spielerparadies inmitten der Wüste sollte man unbedingt einmal erlebt haben.

Hier findest du meinen Las Vegas Reiseführer für Ersttäter 

Kalifornien, das Ende der Route 66

Nach der Fahrt durch die Wüstenstaaten, endlich angekommen im gelobten Golden State, ändert sich an den Außentemperaturen und der Vegetation noch nicht viel. Denn erst muss die Mojave-Wüste im Osten Kaliforniens durchquert werden, bevor man Palmen-Alleen und Orangenhaine erblickt und die Einsamkeit der Wüste dem Treiben in den Vororten von LA weicht.

Aber vorher solltest du dir überlegen einen Abstecher zum Joshua Tree National Park zu machen. Am besten fährst du bei Roy's Motel and Café in Amboy runter von der Route 66 zum Nationalpark.

joshua tree nationalpark route 66

Joshua Tree Nationalpark in der Mojave-Wüste

Danach geht es wieder zurück auf die Route 66. Nach einer Stunde Fahrt kommt das nächste Highlight in Kalifornien. Nämlich die Geisterstadt Calico bei Barstow.

Hier findest du die 7 schönsten Geisterstädte der USA falls du von Geisterstädten nicht genug bekommen kannst.

Eine nette Übernachtungsmöglichkeit bietet das kitschige Wigwam Motel in San Bernardino. Hier sehen die Hütten aus wie Tipis.

Die Route 66 endet am Santa Monica Pier. Natürlich gibt es dort auch noch einiges zu entdecken. Wenn du noch etwas Zeit in LA verbringst, bevor dein Flieger wieder in Richtung Heimat abhebt, findest du in meinem Artikel Kalifornien Rundreise noch weitere tolle Sehenswürdigkeiten in Los Angeles und Umgebung.

Abschließend kann man wohl festhalte, dass die Route 66 auch heute noch als Synonym für Freiheit und die unendliche Weite des neuen Kontinents gilt. Berühmt gemacht hat dieses Gefühl mitunter der Kultfilm Easy Rider. Neben großen Straßenkreuzern, Neon-Reklamen und amerikanischen Diner findet man hier das Lebensgefühl einer Autonation. Daher kann ich nur jedem empfehlen "get your kicks on Route 66".

Mehr über die Route 66

Im Netzt findet man so einiges zur Route 66. Hier noch eine kleine Sammlung an guten Artikel und Blogs dazu:

  • Wer die Route 66 mit dem Motorrad abfahren will, sollte mal bei route66-roadbook.com vorbeischauen
  • Ein paar gute Bilder zur Route 66 findest du hier

​Was sind deine absoluten Highlights entlang der Route 66? Welche Sehenswürdigkeiten muss man deiner Meinung nach gesehen haben?

Zuletzt aktualisiert am 30/05/2018

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