Fakten über die USA

15 Dinge über die USA, die man erst glaubt, wenn man sie gesehen hat

Dieser Beitrag ist ein Gastartikel von Yann, der ein Auslandssemster in den USA verbracht hat und ansonsten regelmäßig über Kuba auf seinem Blog daily-cuba.com schreibt.

1. Generelles Rückgaberecht

Auf so gut wie alle Artikel in den USA besteht ein Rückgaberecht von 90 Tagen, im Gegensatz zu Deutschland, wo viele Geschäfte dies nur aus Kulanz tun. Solange der Artikel unbeschädigt ist und eine Quittung vorliegt, ist der Umtausch so gut wie nie ein Problem. Dies gilt sogar für Lebensmittel.

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2. Fast Food ist allgegenwärtig

​Selbst kleine Geschäfte wie Tankstellen haben eine unvorstellbare Menge an Fast-Food. Zig Sorten an Tiefkühlpizza oder sonstigen Snacks sind in jedem Supermarkt vorhanden. Gleiches gilt für die Menge an Fast Food Ketten wie McDonalds, Burger King, Pizza Hut etc. An fast jeder Ecke findet sich einer dieser Läden und an jeder Raststätte sind meistens auch direkt mehrere zur Auswahl vorhanden. Wer es gesünder mag, hat jedoch eher schlechte Karten: Gemüse ist gerne mal 3-mal so teuer wie ein Burger und ein gesünderer Lebensstil allgemein teurer.

3. Sportobsession

Nichts in den USA bestimmt die öffentlichen Gespräche so sehr wie die drei Nationalsportarten: Football, Baseball und Basketball. Während diese Sportarten in Deutschland eher ein Nischendasein fristen und sich fast alles um das Thema Fußball dreht, ist es in den USA genau andersrum. Veranstaltungen wie der Super Bowl, welche die größte Sporteinzelveranstaltung der Welt ist, gelten schon fast als Feiertage. Entsprechend werden diese auch zelebriert. Auch sind die Sportprogramme der Colleges ein erträgliches Geschäft für die Hochschulen. Oftmals haben z.B. College Basketballmannschaften in den USA schon vielfach größer Stadien als Basketballvereine, die in der deutschen Bundesliga spielen.

sportobsession usa

Das Maryland Stadium der Football-Mannschaft von den Maryland Terrapins fasst ca. 52.000 Besucher

4. Portionsgrößen

Passend zum Thema Fast Food passt das Thema Portionsgrößen. Diese sind nämlich ebenfalls riesig. Dabei kann eine typische Mahlzeit gerne mal die 1000 Kalorien-Marke knacken, häufig sogar noch mehr. Ähnliches gilt für Getränke: In den meisten Restaurants lassen sich Softdrinks beliebig oft nachfüllen und Leitungswasser ist kostenlos. Das typische Sprudelwasser, welches man in Deutschland gewöhnt ist, findet man hier jedoch selten.

5. Walmart (und andere big-box stores)

Size Matters gilt nicht nur für die Portionsgrößen. Walmart und Co. sind für deutsche Verhältnisse einfach ein Gigant von einem Supermarkt. So ziemlich alle Lebensmittel, die man sich vorstellen kann sind hier zu bekommen, dazu noch alles andere von Gartenmöbeln bis zu Autoreifen. Selbst bizarres wie Särge lassen sich in bestimmten Geschäften direkt neben der Windelabteilung kaufen. Ebenfalls sind diese Geschäfte an fast allen Tagen im Jahr geöffnet, auch an Sonntagen und häufig auch rund um die Uhr. Wenn einem um 3 Uhr nachts die Zahnpasta ausgeht, ist es kein Problem, noch neue zu bekommen.

​Vergleichbar in Deutschland sind nur die riesigen Supermärkte von Kaufland oder Real, wobei damals die größten Walmart-Märkte in Deutschland nach der Übernahme von Metro unter dem Namen Real geführt wurden. 

6. Patriotismus

In Amerika herrscht allgemein ein sehr starker Patriotismus vor. Die amerikanische Flagge findet sich an so gut wie jeder Straßenecke, seien es öffentliche Gebäude, Schulen oder auch Privathäuser. Ebenso wird vor vielen öffentlichen Veranstaltungen die Nationalhymne live gesungen. Dies mag auf einen typischen Deutschen durchaus irritierend wirken, ist aber Teil der amerikanischen Identität und Geschichte. Dieser Patriotismus wird besonders deutlich an nationalen Feiertagen wie z.B. dem Independence Day, einem der wichtigsten Tage in der amerikanischen Geschichte.

usa flagge patriotismus

Die "Stars and Stripes" sind so gut wie überall zu sehen

7. Bargeldlose Gesellschaft

So gut wie alles, egal ob Ware oder Dienstleistung, lässt sich ohne Bargeld bezahlen. Selbst die Straßenhändler in New York haben meist Geräte für Kartenzahlung dabei und niemand schaut einen schief an, wenn man nur eine Packung Kaugummis mit der Kreditkarte bezahlen möchte. Insgesamt ist die Einstellung zum Bargeld eine andere. Münzgeld etwa wird kaum verwendet, da auch nur Münzen im Wert von unter einem Dollar im Umlauf sind.

kreditkarten usa

Mit der Kreditkarte kann man in den USA fast überall zahlen. Nur kleine Geschäfte und Restaurants nehmen manchmal nur Bargeld an.

8. Fehlender oder schlecht ausgebauter Nahverkehr

In Großstädten kein Problem, in kleineren und mittelgroßen schon eher: der Personennahverkehr. Ohne ein Auto ist man auf Dauer aufgeschmissen. Das Land ist sehr weitläufig und abgesehen von ein paar Zugverbindungen ist gerade in ländlichen Gebieten der Personennahverkehr sehr rar gesät. Abgesehen von ein paar Schulbussen ist hier ohne PKW kein Vorankommen.

9. Generelle Offenheit

Die amerikanische Mentalität ist gegenüber Fremden in der Regel sehr offen. Auch unterwegs bekommt man gerne mal Komplimente von Fremden wie "Hey, nice shirt man!" zugerufen, ohne, dass damit irgendwelche Hintergedanken verbunden wären. Auch in Warteschlangen kommt es gerne mal zu einem kurzen Austausch, typischer Smalltalk eben. Man kann dies nun auch als oberflächig abtun, aber ich finde diese Art toll und wenn man einfach so ein Kompliment bekommt, dann ist der Tag doch gleich viel besser.

10. Kosten für Bildung und Medizinische Versorgung

Ohne Auslandskrankenversicherung sollte man auf keinen Fall sich in die USA begeben. Medizinische Behandlungen kosten gerne mal so viel wie ein Neuwagen und ein Krankenhausaufenthalt kann einem ohne Versicherung schnell einen ziemlichen Schuldenberg anhäufen. Gerade Operationen kosten ein Vielfaches von dem, was wir in Deutschland gewöhnt sind, da das Gesundheitssystem stark privatisiert ist.

gesundheitssystem usa

Krank sein, kann in den USA teuer werden

Ähnlich verhält es sich mit den Kosten für Bildung. Viele Studenten, die ein Auslandssemester in den USA planen, sollten früh ihr Sparschwein füllen. Die Gebühren für den Besuch eines Colleges oder einer Universität können mehrere zehntausend Dollar pro Semester betragen. Besonders die Elite-Universitäten wie etwa Yale und Harvard sind für den Normalsterblichen beinahe unbezahlbar. Sollte man es dennoch schaffen, das nötige Kleingeld zusammen zu bekommen, kommt auch mit den Lehrbüchern noch einiges auf einen zu, welche auch gerne mehrere hundert Dollar für ein einziges Exemplar veranschlagen.

11. Waffen

Der zweite Zusatzartikel zur amerikanischen Verfassung befähigt jeden Bürger der USA zum Besitz und Tragen von Feuerwaffen. Dieser Teil der Verfassung ist vielen Bürgern beinahe heilig und man sollte sich deshalb nicht davon irritieren lassen, wenn man im Supermarkt jemanden neben sich mit einer Pistole am Gürtel stehen sieht.Wer selber gerne mal mit einem Sturmgewehr schießen wollte, aber keine Lust hat, 6 Monate Grundausbildung beim Bund über sich ergehen zu lassen, kann dies hier auf einer der vielen Shooting Ranges tun.

Dabei gibt es zwischen den verschiedenen Bundesstaaten starke Unterschiede innerhalb der Gesetzgebung bezüglich Feuerwaffen. Während in den Südstaaten ein eher laxer Umgang vorherrscht, sind in den Küstenstaaten die Gesetze häufig weitaus strikter.

Quelle: Wall Street Journal

Die Karte von August 2014 zeigt, wo „open carry“, also das offen Tragen eine Handfeuerwaffe erlaubt ist. Dabei ist zu beachten, dass Texas seit Januar 2016 zu den „open carry“ Staaten gehört.

12. Monotone Städte

Viele der Städte innerhalb der USA sind von ihrem Aufbau her eher monoton und eintönig, da sie nicht historisch gewachsen sind wie europäische Städte, sondern in ihrem jetzigen Aufbau von vorherein geplant wurden. Der Stadtteil Manhattan in New York ist hierfür ein sehr gutes Beispiel: fast alle Straßen verlaufen in einem Schachbrettmuster und es ist fast unmöglich, sich in der Stadt zu verlaufen (Fällt man in den Hudson River, ist man zu weit gelaufen). Diese Monotonie zeigt sich auch in den Vorstädten, wo alle Häuser fast gleich aussehen: Gleicher Vorgarten, gleicher Aufbau innerhalb und außerhalb der Häuser.US-Amerikaner nennen diese Siedlungen in den Suburbs gerne treffend „Cookie-Cutter-Houses“

13. Parteilichkeit der Medien

Entgegen der deutschen Standards der Medien, welche meist ihre Überparteilichkeit anpreisen (ob sie es wirklich sind, soll jeder selbst entscheiden), lassen sich in den USA die meisten Medien direkt einer politischen Agenda zuordnen. Entweder auf politischer Ebene, beispielsweise Fox News für die Republikanische Partei, oder auch bei Themen wie Religion, Sexualität, Umweltschutz oder Menschenrechten. Der größte Gegensatz zeigt sich hier meist in Form von Politik, Konservative gegen Liberale, welche sich nicht mal die Butter auf dem Brot gönnen. Allgemein ist das Verhalten der Medien direkter und schonungsloser.

14. Kulturelle Vielfalt

Die USA sind ein klassisches Einwanderungsland. Als solches macht sich die Mischung der Kulturen gerade in den Großstädten bemerkbar mit Einflüssen aus aller Herren Länder, beispielsweise Chinatown in New York. Aber auch in den Küstengebieten wie etwa Florida ist der Einfluss lateinamerikanischer Einwanderer in der Sprache, aber auch im Stadtbild eindeutig erkennbar. In den ländlichen Gebieten gibt es ebenfalls kulturelle Ausreißer wie etwa die Amish People, welche noch eine Lebensweise wie im 17. Jahrhundert pflegen.

Allgemein gibt es große Unterschiede zwischen den verschiedenen Teilen des Landes. Die Südstaaten sind klassisch konservativ und religiös geprägt, während in den Großstädten und Metropolregionen meist eine gesunde Mischung vorhanden ist bzw. es eher liberaler zugeht.

All diese kulturellen Einflüsse machen sich auch im gesprochenen Englisch bemerkbar. Im Süden herrscht ein komplett anderer Dialekt vor als beispielsweise in New York und ist ungefähr vergleichbar mit dem Unterschied zwischen Hochdeutsch und Bayrisch, wo man beim Zuhören nur ein großes Fragezeichen über dem Kopf hat.

15. Beeindruckende Distanzen

Die USA sind flächenmäßig eines der größten Länder der Welt, gleichzeitig aber relativ dünn besiedelt im Vergleich zur Größe. Ein Trip von Großstadt zu Großstadt kann gerne mal mehrere Tage dauern, von Ost- bis hin zur Westküste sind es mehrere tausend Kilometer. Als Vergleich sei hier einmal die Strecke von Berlin nach Moskau genannt, eine Strecke, welche die wenigsten jemals mit dem Auto zurücklegen würden. Für viele Amerikaner wäre diese Strecke gerade mal ein Wochenendtrip, die mit genug Kaffee in einem Rutsch zu fahren wäre. Das Verhältnis zu längeren Autofahrten ist dort ein grundsätzlich anderes, da auch solche Themen wie Benzinkosten aufgrund des viel geringeren Preises ganz anders angegangen werden.

highway usa texas

Endlose Weiten auf dem Highway zum Big Bend NP in Texas

Zuletzt aktualisiert am 28/05/2016

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Ein Kommentar

  1. Toller und aufschlussreicher Blogpost, auch wenn ein paar der Punkte über Amerika bekannt ist! Ich wollte schon immer die USA besuchen: Die Offenheit der Bewohner, die weitläufigen Landschaften und die dazu im Kontrast stehenden Metropolen ziehen mich schon seit langem über den großen Teich, aber bis jetzt ist es einfach noch nicht gekommen.

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